Aus der Geschichte

Um 1250 entstand die Burganlage auf dem Frankenberg. Erhalten ist nur noch eine der beiden Burgen, das Schloss Vorderfrankenberg, das von den Burggrafen von Nürnberg gegründet wurde. Die benachbarte Burg Hinterfrankenberg – ursprünglich im Besitz des Hochstifts Würzburg – wurde im Markgrafenkrieg 1554 von Albrecht Alkibiades zerstört, Teile ihrer Ruine sind noch zu sehen.

1520 erwerben Ludwig von Hutten (1483 bis 1548) und seine Brüder die im 13. Jh. gegründete Burg Vorderfrankenberg, vom ursprünglichen Bauwerk ist nur noch ein Rest im Nordwesteck erhalten. Ab 1527 wird Renaissancetrakt errichtet, der die Substanz des Schlossbaus prägt. Ludwig von Hutten hinterlässt bei seinem Tod 1548 ein unvollendetes Schloss. Sein Neffe Konrad (+ 1556) setzt das Werk fort und errichtet den gesamten Nordflügel, einen Treppenturm und Teile des Kellers unter dem Langbau.  Erst in der zweiten Hälfte des 16. Jh. wird das Schloss in seiner heutigen Form fertig gestellt.  Unter Bernhard von Hutten (1546 bis 1616) wird die Vorburg errichtet. Sie grenzt das Schloss auf dem Bergsporn vom Hinterland ab und besteht aus einem Riegelbau mit Tordurchfahrt und zwei Rundtürmen.

Zu Beginn des 18. Jh. wird die Anlage dann im Geist des Barock umgebaut. Johann Friedrich (1666 bis 1716) und Juliana von Hutten (1656 bis 1714) gestalten das Renaissanceschloss um, vor allem durch Veränderungen in der Außenfassade und in der Grundrisseinteilung. Fenster werden herausgebrochen und vergrößert, ein hofseitiger durchgehender Flur wird geschaffen und eine repräsentative zweiläufige Werksteintreppe errichtet. Die Räume werden mit Stuck und kunstvoll gearbeiteten Böden, Wandbespannungen und Malereien ausgestattet.

Zwischen 1753 und 1754 wird die Brücke neu gebaut, die über drei gewölbte Bögen den Zugang zum Schloss ermöglicht – eine Planung vermutlich von Johann David Steingruber, der anstelle der 1759 abgebrochenen Schmiede das Amtshaus errichtet.

1783 stirbt die Linie Hutten-Frankenberg aus, und der Markgraf vergibt das Lehen an Ludwig Frhr. von Poellnitz (1726 bis 1801). Gegen Ende des 18. Jhs. sehen Pläne die Gestaltung der Landschaft um Schloss Frankenberg nach dem Vorbild englischer Gärten vor. Im Wald werden eine Schaukel, Kegelbahnen und Bänke aufgestellt und auf dem Scheinberg ein Aussichtshäuschen errichtet. 1826 lässt sich Karl Ludwig Frhr. von Poellnitz (1758 bis 1826) in der von ihm gestalteten Landschaft auf einer künstlich geschaffenen Insel im Scheinbergsee begraben. Unter Friedrich Wilhelm Frhr. von Poellnitz (1793 bis 1865) wird die Schlosskapelle in die Vorburg verlegt wird, wo sie heute noch untergebracht ist.

Mit dem Tod von Marimathilde von Poellnitz im Jahr 1971 geht Schloss Frankenberg über Erbfolge in den Besitz der Freiherren von Lerchenfeld über. Carl Frhr. von Lerchenfeld, Neffe von Claus Schenk von Stauffenberg,  verkaufte das Anwesen 2008 schließlich an den Unternehmer Roland Belz.