Das „Glockenhäusle“ in Kleinharbach bei Langensteinach, einem Ortsteil der Stadt Uffenheim, war in den neunziger Jahren vom Verfall bedroht, als es die Familie Geißendörfer erwarb. Im ursprünglichen Stil neu errichtet, ist es heute eine stilvolle Einkehrstation im Hegereiterland. Else und Ewald Geißendörfer bieten in ihrer fränkischen Vesperstube regionale Gerichte aus eigener Produktion und von Vermarktern der Umgebung an.
Das „Glockenhäusle“ in Kleinharbach bei Langensteinach, einem Ortsteil der Stadt Uffenheim, war in den neunziger Jahren vom Verfall bedroht, als es die Familie Geißendörfer erwarb. Im ursprünglichen Stil neu errichtet, ist es heute eine stilvolle Einkehrstation im Hegereiterland. Else und Ewald Geißendörfer bieten in ihrer fränkischen Vesperstube regionale Gerichte aus eigener Produktion und von Vermarktern der Umgebung an.

Hegereiterland – ein Kleinod der besonderen Art

Die Freie Reichsstadt Rothenburg o. d. Tauber hatte im Mittelalter Landbesitz, die so genannte "Landwehr", ein Gebiet von rund 400 qkm mit 183 Dörfern. Zum  Schutz dieses Landbesitzes wurde im Norden und Westen eine 62 km lange Wallanlage errichtet, die z. T. noch heute sichtbar ist. Im Osten bildete die bewaldete Frankenhöhe die natürliche Grenze.  Hegereiter bewachten das Land an diesen Grenzen und ritten mehrmals täglich auf dem Hegewall bzw. der „Landhege“ das Gebiet ab. Zugleich erhoben sie den Wegezoll für die Freie Reichsstadt Rothenburg. Sie wohnten in den Landtürmen, die teilweise noch erhalten sind.

Acht Rand- und Wanderwege

Liebevoll und engagiert nehmen sich seit Jahren heimatverbundene Menschen der Pflege dieses historischen Erbes an. Sie haben sich im Hegereiterland e.V. zusammengeschlossen, um die  Kultur und Geschichte des Hegereiterlandes zu erhalten und für Besucher zu erschließen. Die Städte Creglingen und Uffenheim sowie die Gemeinden Simmershofen, Adelshofen und Ohrenbach, auf deren Gebiet das Hegereiterland liegt, unterstützen diese Initiative. Der Verein hat gemeinde-, landkreis- und länderübergreifend acht Rad- und Wanderwege angelegt, markiert und beschrieben. Dazu zählen der Glaubensweg mit vier markanten Symbolen aus fränkischem Muschelkalkstein und die Wege auf den Spuren des Hegereiters, der Kelten und des Weins.

Das Glockenhäusle

Unter den Einkehrmöglichkeiten im Hegereiterland ist das „Glockenhäusle“ in Kleinharbach bei Langensteinach ein Kleinod der besonderen Art. Die Kleinharbacher Bürger und Bauern erwarben 1927 eine Glocke von der Kirchengemeinde Equarhofen, die ein neues Geläut anschaffte, und errichteten auf dem damaligen Hirten- bzw. Gemeindehaus einen kleinen Turm. Die Glocke wurde im zweiten Weltkrieg eingeschmolzen, die Stahlglocke als Ersatz hielt dann nur einige Jahre, bis 1972 die Kirchengemeinde Langensteinach eine Bronzeglocke für den zugehörigen Ortsteil Kleinharbach erwarb.

1994 erwarb die alt eingesessene Landwirtsfamilie Geißendörfer das vom Verfall bedrohte Gemeindehaus in der Absicht, als Selbstvermarkter mit Produkten vom eigenen Bauernhof und von regionalen Direktvermarktern eine typisch fränkische Vesperstube zu betreiben. Die Substanz des Gemeindehauses erwies sich als nicht sanierungsfähig, an seiner Stelle wurde ein neues Gebäude errichtet, das sich in Grundriss, Stil und Anmutung an dem Vorbild orientiert. Der Glockenturm blieb selbstverständlich erhalten.

Im „Glockenhäusle“, wie es seither heißt, betreiben Else und Ewald Geißendörfer ihre typisch fränkische Vesperstube und folgen dabei ihrer Grundidee, regionale Gerichte aus eigener Produktion und von Direktvermarktern aus der Umgebung anzubieten. Die Vesperstube hat sich so für die Familie Geißendörfer zu einem zweiten Erwerbszweig neben der Landwirtschaft entwickelt. Das Konzept hat beispielgebenden Charakter.

Auf der Speisekarte stehen frisch zubereitete Gerichte nach fränkischer Art: Schweinebraten und „saure Zipfel“ genauso wie Rollen und Schneeballen. Das Angebot folgt dem jahreszeitlichen Verlauf: Zu Ostern gibt es Lamm, im Juni Spargel, das Krautfest – eine Besonderheit – findet im September statt, auch die Martinigans fehlt nicht und zur Saison wird Wild aus den heimischen Wäldern angeboten.

Else Geißendörfer bewirtet nicht nur Einzelgäste, Wanderer und Radler an den Wochenenden, sondern angemeldete Gruppen auch an den anderen Tagen.