Vier Dörfer zum Wohlfühlen: Gülchsheim (o.), Lipprichhausen mit der Verbandsschule (u. l.), Hemmersheim (u. M.) und Pfahlenheim mit der Hl. Ottilie (r.)

Hemmersheim

Rund 700 Einwohner zählt die Gemeinde Hemmersheim. Gemeinsam ist den Ortsteilen Gülchsheim, Hemmersheim, Lipprichhausen und Pfahlenheim die ruhige Beschaulichkeit eines wohlgeordneten ländlichen Lebensraumes und das intakte dörflichen Gemeinschaftsleben, auf das die Bürger im mittleren Gollachgau stolz sind. Landwirtschaft in Verbindung mit dem traditionellen Handwerk und einigen Gewerbebetrieben sind die wesentlichen wirtschaftlichen Faktoren. Mehrere aktive Vereine prägen das öffentliche und kulturelle Geschehen, z. B. die in allen Gemeindeteilen bestehenden Obst- und Gartenbauvereine. Sie gehen auf das Wirken von Kirchenrat Albrecht Eyring gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jh. zurück, der diese breite, in ganz Bayern bis heute wirksame Initiative begründete.

Pfahlenheim ist eine Siedlung wahrscheinlich schon aus frühchristlicher Zeit, die an der ergiebigen Quelle am Südwestrand des Dorfes entstanden ist. Der Name soll auf den Lichtgott „Pfohl“ und eine Kultstätte verweisen, in der ihm Opfer dargebracht wurden. Aus einer Kapelle ging im Mittelalter eine Wallfahrtskirche hervor, wie ein Ablassbrief von 1342 belegt. Man wallfahrte zur Heiligen Ottilie, einer nunmehr über 600 Jahre alten Holzfigur, und erwartete insbesondere die Heilung von Augenkrankheiten. Denn die „Blinde Ottel“ soll durch das Quellwasser in Pfahlenheim geheilt worden sein. Das Wasser der Ottilienquelle ist sehr weich und eignet sich besonders zum Auswaschen entzündeter Augen. Pfahlenheim ist sich über die Jahrhunderte treu geblieben, die Zahl der Häuser hat sich kaum verändert.

Lipprichhausen wurde im 8. Jh. gegründet. Die Siedlung wurde nach dem Namen der Grundherrin benannt. Das Ortsbild von Lipprichhausen ist durch einen zentralen Teich geprägt, der als „See“ bezeichnet wird und um den sich das Dorf gruppiert. Hier stand einst ein kleines Wasserschlösschen. Lipprichhausen war wohl eine der frühesten Kirchen auf fränkischem Boden, ursprünglich eine Marien-Wallfahrtskirche. Dem heutigen Strukturwandel trotzend, haben die Bürger, nachdem die letzte Gastwirtschaft im Ort schloss, den Zweck des Obst- und Gartenbauvereines um den Betrieb einer Gaststätte erweitert. Seither ist die „Froschkneipe“ fester Bestandteil in der Dorfkultur.       

Die Gründung von Hemmersheim erfolgte im Zuge der fränkischen Landnahme im 6. Jh. Eine erste urkundliche Erwähnung ist um das Jahr 914 zu verzeichnen. Durch die drei Lehensherrschaften, den Markgrafen von Ansbach, den Fürstbischof von Würzburg und den Deutschherrenorden von Bad Mergentheim, kam es nach der Reformation zu einer konfessionellen Teilung im Dorf, da die Markgrafen zum ev. Glauben konvertierten. In der heutigen Zeit kommen die verschiedenen Konfessionen durch eine gelebte Ökumene positiv zur Geltung. Hemmersheim zählt zu den wenigen fränkischen Dörfern, die der Denkmalschutz unter „Ensembleschutz“ gestellt hat, da das Gesamtbild als fränkisches Straßendorf wertvoll und erhaltenswert ist.

Gülchsheim ist zu Beginn des 12. Jh. erstmals urkundlich erwähnt und war ursprünglich eine Kirchenburg, die von kleinen Häuschen („Katen“) umgeben war. Bis 1399 hatte Gülchsheim das Hals- und Zehntgericht, das dann vom Würzburger Bischof nach Aub verlegt wurde – das dadurch eine Voraussetzung für die Erlangung der Stadtrechte erfüllte. In der heutigen Zeit ist Gülchsheim durch seinen  über die Gemeindegrenzen aktiven Sportverein bekannt. Der Musik- und Posaunenchor sorgt bei kirchlichen und weltlichen Festen für den angemessenen Rahmen.

Die Gemeinde Hemmersheim mit dem Ortsteil Lipprichhausen ist Sitz des Schulverbandes „Mittlerer Gollachgau“, die Grundschule besteht seit 1966/67 und galt bei seiner Gründung als Modell in ganz Bayern. Die Gemeinde hat einen Kindergarten, sie ist Mitglied im Zweckverband Industrie- und Gewerbepark Gollhofen-Ippesheim zusammen mit sieben weiteren Gemeinden.

www.hemmersheim.de