Die Idylle des Weigenheimer Kappelberges täuscht nicht: Die Region der Kommunalen Allianz A 7 Franken West hat den Reiz einer Landschaft, die für den sanften und naturnahen Tourismus wie geschaffen ist. Sie hat intakte Strukturen, die einen wertvollen Lebensraum bilden. Und sie hat beträchtliche Entwicklungspotenziale für Industrie, Gewerbe und Handel.
Die Idylle des Weigenheimer Kappelberges täuscht nicht: Die Region der Kommunalen Allianz A 7 Franken West hat den Reiz einer Landschaft, die für den sanften und naturnahen Tourismus wie geschaffen ist. Sie hat intakte Strukturen, die einen wertvollen Lebensraum bilden. Und sie hat beträchtliche Entwicklungspotenziale für Industrie, Gewerbe und Handel.

Integrierte ländliche Entwicklung

Die elf Kommunen der Kommunalen Allianz A 7 Franken West haben erkannt, dass in der Gemeinschaft mit anderen Gemeinde Probleme besser zu lösen sind als allein. Nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stärker!“ arbeiten benachbarte Kommunen freiwillig zusammen, um sich gegenseitig zu ergänzen. Sie setzen sich dabei zum Ziel, Einsparmöglichkeiten zu erschließen und Projekte, die sie alleine nicht realisieren könnten, gemeindeübergreifend in ökonomisch, ökologisch und sozial besonders nachhaltiger Weise zu planen und auszuführen.

Die integrierte ländliche Entwicklung unterstützt die Gemeinden auf der Planungsebene durch ein integriertes ländliches Entwicklungskonzept (ILEK), um die Entwicklungsaktivitäten zu koordinieren. Gleichzeitig wird für die Umsetzung der Einsatz von Dorferneuerung und Flurneuordnung oder anderer Programme zielgerichtet aufeinander abgestimmt. Bei der Realisierung werden die Gemeinden durch eine Umsetzungsbegleitung entlastet.

Information und Motivation

Die integrierte ländliche Entwicklung ist ein Prozess. Am Anfang steht stets die gegenseitige Vertrauensbildung. In einer Initialphase werden zunächst die verschiedenen Interessensvertreter aus Wirtschaft, Behörden, Verbänden und Vereinen mit den Mandatsträgern und aktiven Bürgerinnen und Bürgern der Kommunen zusammengeführt, informiert und motiviert. Die wichtigsten Eckpunkte des Vorhabens werden definiert.

Durch den intensiven Meinungsaustausch soll ein regionales Identitätsbewusstsein erreicht werden. Um diesen Prozess erfolgversprechend einzuleiten, empfehlen sich einführende Seminare an den bayerischen Schulen für Dorf- und Landentwicklung wo erste Leitbildüberlegungen, Zukunftsstrategie und Handlungsprogramme geschmiedet werden.

Umsetzungsbegleitung

Im ILEK werden die verschiedensten Handlungsfelder der Gemeinden analysiert und dargestellt. Nicht alle dieser Handlungsfelder können und sollen durch die Instrumente der Ländlichen Entwicklung realisiert werden. Im Sinne einer integrierten Entwicklung ist es deshalb sinnvoll und notwendig, auch Programme und Instrumente anderer Ressorts zu erkunden und koordiniert einzusetzen. Die Gemeinden werden durch eine „Umsetzungsbegleitung“ unterstützt, indem ihnen ein Manager an die Seite gestellt wird, der sowohl für die Planung, Begleitung und Abwicklung von Projekten verantwortlich ist, die außerhalb der Zuständigkeit der Verwaltung für Ländliche Entwicklung durchgeführt werden sollen, als auch dafür, dass alles wie in einem großen Mosaik zusammenpasst.

Die Vorteile liegen auf der Hand

Die Vorteile gemeindeübergreifenden Handelns sind vielfältig und offensichtlich:

  • Integrierte ländliche Entwicklung steigert die Attraktivität des Standorts und gibt damit Entwicklungsimpulse für jede Einzelgemeinde sowie für den Gemeindeverbund.
  • Anliegen der Landwirtschaft werden unterstützt, etwa beim Ausbau von Wegen sowie bei der Erschließung zusätzlicher Einkommensquellen aus Direktvermarktung, Urlaub auf dem Bauernhof und durch Übernahme von Dienstleistungen beim Unterhalt von Wegen oder bei der Landschaftspflege.
  • Neue Freizeiteinrichtungen wie Erlebniswegenetze, Badeweiher, Spiel-, Bolz-, Rast- und Parkplätze etc. sowie Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege wie z. B. eines gemeindeübergreifenden Biotopverbundes erhöhen den Erlebniswert des Gebietes.
  • Die Einkommen steigen durch die Belebung des Tourismus.
  • Die Gemeinden sparen Kosten, da sich gemeindliche Einrichtungen gegenseitig ergänzen oder am jeweils günstigsten Standort des Gemeindeverbunds neu entstehen, zum Beispiel bei öffentlichen Bädern, Bauhöfen und Kläranlagen.
  • Die Infrastruktur wird gemeindeübergreifend verbessert – beispielsweise durch eine Optimierung der Verkehrswege einschließlich des öffentlichen Personennahverkehrs oder durch Anlagen des vorbeugenden Hochwasserschutzes. Die Kommunen partizipieren an höheren Steuereinnahmen als Folge gesteigerter regionaler Wertschöpfung.
  • Die Kommunen unterstützen sich gegenseitig in Fragen soziokultureller Anliegen, indem sie zum Beispiel Gemeinschaftseinrichtungen schaffen, einen gemeinsamen Veranstaltungskalender veröffentlichen oder gemeinsame soziale und kulturelle Projekte entwickeln und realisieren. Ferner kann Bauland für Wohnen und Gewerbe über Baulandumlegungen durch die Vermessungsverwaltung zeitgerecht bereitgestellt werden.
  • Sie betreiben gemeinsames Marketing, indem sie zum Beispiel Informations- und Werbematerial konzipieren, herstellen und verteilen, Internetauftritte erarbeiten oder auf Messen präsent sind.

Wolfgang Gartzke, Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken