Sehenswert: das Gollachgaumuseum am Uffenheimer Schlossplatz in der Oberamtskanzlei (Abt. für Handwerks- und Stadtgeschichte und Archäologische Abt.), im Schnellertrum (Abt. für Volkskunde) und in der Zehntscheune (Abt. für Landwirtschaft).
Sehenswert: das Gollachgaumuseum am Uffenheimer Schlossplatz in der Oberamtskanzlei (Abt. für Handwerks- und Stadtgeschichte und Archäologische Abt.), im Schnellertrum (Abt. für Volkskunde) und in der Zehntscheune (Abt. für Landwirtschaft).

Gollachgaumuseum – Heimat- und Museumsverein Uffenheim und Umgebung e.V.

Im Jahr 1913, in einer patriotisch geprägten und heimatverbundenen Zeit, gründeten Männer wie der Bezirksamtmann Freiherr von Feilitzsch, Kirchenrat Albrecht Eyring und Bürgermeister Georg Landauer zusammen mit Bankdirektor Ferdinand Zumpf, Hauptlehrer Gundel, Hauptlehrer Abraham Strauß, Rektor Ernst vom Progymnasium und Bezirksassessor Keiler den „Heimatmuseumsverein Uffenheim und Umgebung“. Bereits im Mai 1914 wurde das Museum eröffnet. Durch großzügige Sachspenden und Leihgaben war ein Exponatenfundus zusammengekommen, der in dieser kurzen Zeit den so genannten „Schnellerturm“, eine in den ehemaligen Stadtgraben vorgeschobene Bastion des 16. Jhs., schnell füllen konnte und der für Uffenheim und sein Umland z. T. einmalige Zeugnisse beherbergt.

Die engen Räume und Flure bilden dabei ein besonderes Ambiente ab, das jeden Besucher begeistert. Heute beherbergt dieses Haus die Exponate der allgemeinen „Volkskunde“, wie Bürgerzimmer, Bauernzimmer, Küche mit originalem gemauertem Herd aus einer Zeit, als in der Bastion im 18. Jh. Wohnungen eingerichtet wurden, Keramikraum, Waffenraum, Gelehrtenstube mit wertvollen Folianten und Kirchenbibeln und andere Kleinsammlungen.

In den 1980-er Jahren konnten Räume einer im 19. Jh. an die Bastion angebauten Wohnung sowie der so genannte „Alte Turm“, ein spätmittelalterlicher Eckturm der ehemaligen Vorburg aus der hohenloheschen Zeit in das Ensemble mit einbezogen werden. 1990 erhielt der Verein von der Stadt Uffenheim noch das benachbarte, vom Freistaat Bayern angekaufte und zum Museum umgebaute Gebäude der ehemaligen Oberamtskanzlei von 1702. Hier wurden und werden seitdem mit viel Eigenleistung und unter fachlicher Begleitung der Landesstelle für nichtstaatliche Museen die Abteilungen für Handwerks- und Stadtgeschichte sowie die Archäologische Sammlung von der Vor- und Frühgeschichte bis in die neuzeitliche Stadtgeschichte eingerichtet.

Das Erbe des bürgerlichen und handwerklichen Lebens von Uffenheim und der Dörfer des Gollachgaus werden hier didaktisch aufbereitet dargeboten, so z. B. Schmiede, Büttner, Wagner, Zinngießer, Schuhmacher, Sattler und andere Handwerke.

Eine Sonderschau zeigt die Entwicklung der Hochzeitstracht und -bräuche im Gollachgau. Ein „Kramladen“, der originalgetreu übernommen und aufgebaut wurde, erlebt bei jeder Führung ehemaliger Uffenheimer besondere Beachtung.

Die Stadtgeschichte ist derzeit von den frühesten Anfängen bis in die Barockzeit dokumentiert. Sonderausstellungen thematisieren in unregelmäßigen Abständen Aspekte der Uffenheimer Geschichte. Im Winterhalbjahr werden neuerdings Abendveranstaltungen mit heimat- und stadtgeschichtlichen Themen angeboten.

Walter Gebert