Investitionsleitbild: Zurück zur Natur – Herkunft ist Zukunft

Die Vision des neuen Frankenberg-Besitzers Roland Belz ist ein ehrgeiziges Projekt. Seine Perspektiven sind „Zurück zur Natur“ und „Herkunft ist Zukunft“ – nicht im Sinn eines romantischen Lebensgefühls, sondern als Masterplan und Gesamtkonzept. Wesentlicher Planungsparameter ist die Nachhaltigkeit, auch und besonders die wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Der Frankenberg soll in absehbarer Zeit einem ökonomischen Masterplan gerecht werden und bleibt damit wiederum sich selbst treu. Denn auch in der Vergangenheit war die Bestandssicherung untrennbar mit der wirtschaftlichen Prosperität verknüpft.

Eine neue wirtschaftliche Basis soll geschaffen werden:

  • mit dem Ausbau des Kernschlosses zum Hotel,
  • mit dem Umbau und der Erweiterung des Amtshauses zum Café und
  • mit der Revitalisierung des Ökonomiehofes, der „Meierei“.

Meierei

Mehrere Gebäude der Meierei bilden den – sanierungsbedürftigen und nur mit höchsten Anstrengungen sanierungsfähigen – Restbestand eines historisch gewachsenen landwirtschaftlichen Ensembles, dessen Anfänge mindestens bis ins 15. Jh. zurück gehen. Wie früher soll die Meierei auch künftig als „Ökonomiehof“ genutzt werden, allerdings in einem zeitgemäßen Sinn. Geplant sind:

  • in der ehemaligen Brennerei und im alten Wohnhaus eine Gaststätte mit
    Übernachtungsmöglichkeit,
  • im „Jägerhaus“ ein Hofladen zur Vermarktung der Frankenberger Produkte sowie Verwaltungsräume,
  • im südwestlich gelegenen ehemaligen Stall und den Scheunen Veranstaltungsräume und die „Aaglander“-Manufaktur
  • sowie im Nordosten Stallungen und Nebengebäude für die Landwirtschaft und die Gaststätte.

„Ökonomiehof“ unter den Bedingungen des 21 Jh. bedeutet für Roland Belz: Landwirtschaft mit artgerechter Tierhaltung und Weinbau nach konsequent ökologischen Erkenntnissen. Er beschreitet so den Weg der Nachhaltigkeit. Alle Anstrengungen zielen in die Richtung eines „sanften Tourismus“ und sind damit Teil eines Naturschutzes im weitesten Sinn.

In dieses Gesamtkonzept ist die „Aaglander“-Manufaktur eingebunden, das sind mechanisch betriebene Kutschen mit kleinem Dieselmotor und einer Maximalgeschwindigkeit von 20 km/h. Die „Entdeckung der Langsamkeit“ wird zum Kontrastentwurf gegen die zeittypische Schnelllebigkeit und Hektik und bildet eine touristische Attraktion besonderer Art. Die Kutsch-Manufaktur nimmt gleichzeitig auch die handwerkliche Tradition des einstigen „Ökonomiehofs“ wieder auf. 

Schloss Frankenberg

Die denkmalgerechte Umnutzung des Kernschlosses zum Hotel zielt auf den Erhalt der fast 500 Jahre alten, hochrangigen Bausubstanz für die nachfolgenden Generationen.  Die unter dem Vorbesitzer Carl Freiherr von Lerchenfeld durchgeführten Maßnahmen zur Pflege des baulichen Bestandes beinhalten im Wesentlichen die Sanierung und den Ausbau der Vorburg für Ferienwohnungen sowie die Sanierung bzw. Erneuerung der Dächer am Schloss. Roland Belz begann seine baulichen Aktivitäten im April 2008 mit den ersten Sicherungs- und bestandserhaltenden Maßnahmen an der steinernen Brücke zum Schloss und in der Meierei. Vorher hatte er das in Frankenberg befindliche Archiv zur wissenschaftlichen Aufbereitung vorläufig ins Staatsarchiv Nürnberg auslagern lassen.

Das Erhaltungs- und Sanierungskonzept geht von einer Analyse der historischen baulichen Zeugnisse aus, um die weiteren Planungen auf einer soliden baufachlichen Grundlage zu erstellen und ein doppeltes Ziel zu erreichen, nämlich dem historischen Erbe gerecht werden und die Vorstellungen zur neuen Nutzung auf dem Frankenberg Zug und Zug zu verwirklichen. Die für die Wirtschaftlichkeit erforderlichen Umnutzungen sollen so gestaltet werden, dass die tradierte Bausubstanz möglichst gewahrt bleibt und durch Zutaten nur ergänzt wird. Darauf beruht das Planungskonzept der Architektin und Restaurierungsexpertin Irmgard Ochs.